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Presseberichte über Markus Katzer

:: 06.04.2005 | Kurier ::

Ein grünweißer Arbeiter geht den Weg der kleinen Schritte

Der Rapidler Katzer widerlegt Kritiker. Mittwoch, 18:30 Uhr, grünweißes Nachtragsspiel in Bregenz. Im Blickpunkt steht dabei wieder einmal einer, über dessen Verpflichtung im Sommer nicht wenige Rapid-Fans den Kopf schüttelten. Doch aus dem unauffälligen Markus Katzer wurde in wenigen Monaten ein Leistungsträger. In Hütteldorf und im Nationalteam.

Spätestens seit den Länderspielen gegen Wales passt das Bild von Markus, dem Schwiegersohn nicht mehr in den vorgegebenen Rahmen. Der 25-jährige weiß, was getuschelt worden war. Der spielt ja nur, weil er mit der Tochter vom Krankl zsamm is.

"Ich habe gezeigt, dass ich zu Recht im Team spiele. Aber weh getan haben die Vorurteile schon. Persönliche Angriffe gehen an niemandem spurlos vorüber."

Der Weg ins Team war nicht vorgezeichnet. Selbst für den Sprung in die Bundesliga benötigte der Linksfuß einen langen Anlauf. "Ich hab' erst mit 21 bei Abmira debütiert. Zwei Jahre später war ich im Team. Eigentlich ein Wahnsinn."

Spätstarter

Als 17-jähriger war Katzer noch klein und schmächtig, der Stammplatz bei den Admira Amateuren ging verloren. "Ich war enttäuscht und hab' einen Vertrag bei Baden in der 2. Landesliga unterschrieben." Katzers Glück: Der Wechsel ist geplatzt. Einige Wachstumsschübe später fand er sich im Kader der Kampfmannschaft wieder. Walter Knaller, Katzers Förderer, hatte den Aufstieg eingefädelt. "Dann bin ich im Trainingslager unter Hans Krankl um mein Leben gelaufen. Das war der entscheidende Schritt."

Fünf Monate später folgte die Premiere in der Südstadt: "Plötzlich waren alle Linken verletzt. Es hat keine Alternative mehr gegeben."

Katzer sieht den Aufstieg vom Admira-Notnagl zum Rapid-Stammspieler als Produkt seiner Hartnäckigkeit. Die Trainer Krankl ("Er hat mit die Chance gegeben zu spielen"), Rachimov ("Das Jahr im linken Mittelfeld hat mich weitergebracht") und Hickersberger ("Bei Rapid hab' ich mich enorm gesteigert") agierten am Weg der kleinen Schritte als Schrittmacher.

Selbsbewusst

Mit dem Erfolg kam auch das Selbstvertrauen: "Ich habe gewusst, dass ich mich bei Rapid durchsetzen werde." Mit dem Wechsel nach Hütteldorf erfüllte sich ein Jugendtraum: "Ich war immer Rapid-Fan. Andi Herzog war mein Idol."

Während Herzog Talent Tür und Tor öffnete, hatte es Katzer nie leicht. Für den Burschen aus Alt-Erlaa wurde der stete Kampf ums Leiberl zum Erfolgsgeheimnis. Viele Ex-Nachwuchsteamspieler aus der Südstadt sind längst in Vergessenheit geraten. Aber Katzer, der als Teenager nie in den Notizblöcken der ÖFB-Scouts stand, zählt zu den EM-Hoffnungen: "Ich habe den absoluten Willen, meine Ziele zu erreichen."

Eine Eigenschaft, die der Arbeiter bei vielen Künstlern vermisst: "Die Jungen, die jede Woche vom Präsidenten hören, wie gut sie sind, werden es nie schaffen."

Pressebericht: Ein grünweißer Arbeiter geht den Weg der kleinen Schritte

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