Presseberichte über Markus Katzer
:: 13.12.2007 | sport1.at ::
Interview auf sport1.at
Großes Interview mit Markus Katzer auf sport1.at
Markus Katzer blickt auf einen traurigen Herbst zurück. Am 2. September erlitt der Verteidiger nach einem starken Saisonstart mit Rapid im Spiel gegen Sturm einen Kreuzbandriss – den zweiten innerhalb von knapp zwei Jahren.
Für „Mecki“ ein herber Rückschlag. Die Herbstsaison war damit abgehakt und auch die EM-Teilnahme rückte in weite Ferne.
Kurz vor Weihnachten gibt es guten Nachrichten. „Der Heilungsprozess ist optimal verlaufen. Ich habe sogar schon die eine oder andere Einheit mit der Mannschaft absolviert", erklärt Katzer.
Im großen Sport1-Interview spricht der 28-Jährige über seine Comeback-Absichten, seine neue Hompepage , Rapids Titelchancen und natürlich die EURO.
Sport1: Nachträglich herzlichen Glückwunsch zum 28. Geburtstag. Hat es eine nette Feier gegeben?
Markus Katzer: Ein richtiges Fest fand nicht statt. Ich war mit der Familie am Dienstag essen. Es war wirklich ein sehr schöner Abend und ich habe natürlich sehr nette Geschenke bekommen.
Sport1: Anfang September hast du dir gegen Sturm einen Kreuzbandriss zugezogen. Wie geht es dem Knie?
Katzer: Mittlerweile so gut, dass ich schon die eine oder andere Trainingseinheit mit der Mannschaft absolvieren konnte. Es ist eigentlich alles super verheilt. Das Band ist auch wieder gut angewachsen. Ich bin zuversichtlich beim ersten Training im Frühjahr wieder voll dabei zu sein.
Sport1: Eine Teilnahme an der Wintervorbereitung ist also mehr als realistisch...
Katzer: Gleich nach meiner Verletzung war mein großes Ziel die Wintervorbereitung. Man muss aber vorsichtig sein, weil man nie genau sagen kann, wie der Heilungsprozess verläuft. Wenn du Pech hast, ist das Knie immer angeschwollen und du kannst nicht alle vorgegebenen Übungen absolvieren und fällst fünf Monate aus. Ich hatte das Glück, dass alles unglaublich gut verlaufen ist. Dadurch ist die Frühjahrs-Vorbereitung ein absolutes Thema.
Sport1: Wie war das Gefühl nach fast drei Monaten wieder mit dem Ball zu trainieren?
Katzer: Ich habe richtig Gänsehaut bekommen. Es war wie ein Spiel vor 50.000 Zuschauern oder im ausverkauften Hanappi-Stadion. Es ist einfach genial nach zwölf Wochen Kraftkammer und Laufübungen wieder mit dem Ball zu trainieren. Die Zeit dazwischen war nicht einfach, schließlich will ich Fußball spielen, da es mir irrsinnig Spaß macht. Durch die Verletzung konnte ich das aber nicht. Mit so einer Situation muss man erst umgehen. Ich habe mich aber ganz gut „durchgewurschtelt“ und vieles anders gemacht als bei meinem ersten Kreuzbandriss im Mai 2005. Es war sehr schwer, aber durch die Erfahrung und der nötigen Lockerheit ist es mir gelungen.
Sport1: Was waren das damals für Fehler?
Katzer: Ich habe mich viel zu sehr hinein gesteigert und mich bei jedem Match gefragt, warum ich nicht dabei bin. Außerdem war ich teilweise zu übermotiviert und habe zu früh mit dem Training angefangen. Das war kontraproduktiv, denn es hat nur Zeit gekostet und mein Comeback hat sich dadurch verzögert. Du musst einfach abschalten. Wenn er dir gelingt, dann ist es nicht so schlimm.
Sport1: Du hast die Zeit auch genutzt um deine eigene Homepage (www.katzer13.com) ins Leben zu rufen. Wie ist es zu diesem Projekt gekommen?
Katzer: Die Idee gab es schon vor meiner Verletzung. Ich wollte eine Plattform für Fans und Journalisten errichten, wo man Information von mir erhält und wo meine Person einmal anders dargestellt wird. Ich will einfach nicht von den Medien abhängig sein, sondern es selbst in der Hand haben, wie über mich berichtet wird. Speziell vor der EURO finde ich das eine sehr gute Geschichte. Ein Freund von mir entwickelt Webpages für Firmen und hat sich persönlich dem Projekt angenommen und sich richtig „reingetigert“. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.
Sport1: Wie läuft die Homepage bis jetzt bzw. was bietest du an?
Katzer: Bis jetzt haben sich genau 1000 Leute für den Newsletter angemeldet. Das finde ich nicht so schlecht. Aktuell gibt es ein Weihnachtsgewinnspiel. Man muss zehn Fragen beantworten und kann tolle Preise gewinnen. Es gibt Fußballschuhe vom Rapid Meisterjahr 2005, ein Dress vom Nationalteam, ein Fußball mit allen Unterschriften der Rapid-Spieler und vieles mehr zu gewinnen.
Sport1: Lass' uns noch ein bisschen über Rapid sprechen. Wie beurteilst du die Leistungen der Mannschaft?
Katzer: Der Saisonstart war perfekt. Vor allem die Performance im Europacup gegen Bratislava und Kazan war sehr gut. Kazan war eine extrem starker Mannschaft. Nach meiner Verletzung ist es bei uns nicht mehr so gut gelaufen. Es war eine schwierige Phase. Leider haben wir dadurch auch gegen Anderlecht in der UEFA-Cup-Quali verloren. Wir haben in dieser Zeit nicht toll gespielt. Schade, aber mittlerweile hat sich die Elf wieder erfangen. Manchmal hatten wir aber auch einfach Pech. Ich denke nur an die beiden letzten Derbys. Da haben wir einige Punkte liegen gelassen.
Sport1: Es fällt auf, dass es bei Rapid speziell wenn es um die Tabellenführung geht, heuer nicht nach Wunsch läuft. Sind einige Spieler dem Druck nicht gewachsen?
Katzer: Das glaube ich nicht. Uns fehlt vielleicht einbisschen die Konstanz – speziell daheim. Wir müssen im Hanappi-Sadion einfach so viele Spiele wie möglich gewinnen. Gelingt uns das, können wir um die Meisterschaft mitspielen. Leider ist es uns heuer nicht immer geglückt – das muss man ganz ehrlich sagen. Hoffentlich finden wir im Frühjahr wieder zur alten Heimstärke zurück, denn der Ausgang der Partien vor eigenem Publikum werden am Ende ausschlaggebend sein welchen Platz Rapid am Ende belegt.
Sport1: Die Liga ist sehr ausgeglichen. Die ersten fünf Teams sind nur durch drei Punkte getrennt. Was ist für Rapid heuer drinnen?
Katzer: Die Meisterschaft ist extrem spannend. Alle fünf haben eine große Chance auf den Titel. Sturm z.B. spielt einen schönen und erfolgreichen Fußball. Sie schlagen Rapid und Austria auswärts. Man darf niemanden unterschätzen und niemanden abschreiben. Unser Kader ist sicher besser, als es der Tabellenplatz wiederspiegelt. Wir haben das Potential Meister zu werden. Es hängt aber auch viel von Salzburg ab. Sie hatten ja auch eine sehr schlechte Phase. Wenn wir allerdings einen Lauf haben, bestehen durchaus realistische Chancen auf den Titel – vorausgesetzt wir gewinnen am Wochenende gegen LASK und halten den Anschluss.
Sport1: Im Juni steigt die EURO 2008 in Österreich und Schweiz. Wird Markus Katzer dabei sein?
Katzer: Ich muss ehrlich zugeben, dass die EM kurz nach meiner Verletzung nicht so einen hohen Stellenwert hatte. Ich wollte einfach nur fit werden und nicht die gleichen Fehler wie bei meinem ersten Kreuzbandriss machen. Damals habe ich mir so viele Ziele gesteckt, dass der innerliche Druck viel zu groß war. Mittlerweile geht es mir sehr gut und deswegen ist die EURO natürlich ein ganz großes Ziel.
Sport1: Die Gruppen-Gegner heißen Deutschland, Kroatien und Polen. Wie sehen die Aufstiegs-Chancen aus?
Katzer: Es ist in letzter Zeit sehr viel darüber diskutiert worden. Ich glaube, dass wir es „ganz gut“ erwischt haben, denn es hätte auch viel schlimmer kommen können. Natürlich ist es eine sehr, sehr starke Gruppe. Deutschland ist eine absolute Weltklasse-Mannschaft. Kroatien und Polen sind ebenfalls sehr stark. Mit der Heimeuphorie im Rücken besteht sicher die Chance die Gruppe zu überstehen.
Das Gespräch führte Martin Wechtl
















